Newsroom
Avatar Lesezeit ca. 5 Min.

Alltagstaugliche Alternativen zum Kassenbon

Mit welchen Alternativen kann die Belegausgabepflicht ohne Zettelchaos gemeistert werden?

Alltagstaugliche Alternativen zum Kassenbon

7 min Lesezeit
Reading Time: 5 minutes

„Nein danke, ich brauche keinen Kassenbon“ ist ein Schlüsselsatz, der Tonnen Papier einspart. Würde niemand mehr einen Kassenzettel ausdrucken, wären es sogar um die 200.000. Mit dem Verzicht auf den Zettel wird außerdem die fortschreitende Belastung von Mensch und Umwelt durch gesundheitsschädliche Bisphenole verringert und der Kassiervorgang verkürzt. Eine Idee, die bei vielen Einzelhändlern umgesetzt wird. So gibt es Lidl und DM Filialen, in denen der Kunde explizit gefragt wird, ob er einen Bon möchte. Andere Gewerbe, wie zum Beispiel Bäcker, Imbisse, Kioske und Co stellen ihn seit jeher nur auf Wunsch aus. Eine echte Alternative zum Kassenbon, die ganz im Sinne der aktuellen Nachhaltigkeitsdiskussion ist, doch ab Januar 2020 ist damit Schluss. Denn dann tritt die allgemeine Belegausgabepflicht in Kraft.

Alternativen zum Kassenbon werden durch die Belegpflicht torpediert

Sollte es wirklich so kommen, wird künftig nicht mehr im Sinne der Nachhaltigkeit gespart. Im Gegenteil: Die Alternativen zum Kassenbon werden begrenzt! Vorsichtige Schätzungen des Handelsverband Deutschland (HDE) ergeben, dass weit über zwei Millionen Kilometer mehr an Kassenzetteln gedruckt werden. ¹ Ein enormer Kostenaufwand. Hinzu kommen die bisher unüberschaubaren Investitionen in die Kassensysteme, die notwendig sind, um die Auflagen des „Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen“ zu erfüllen. In diesem Zusammenhang ist interessant, dass eigentlich gar kein Kassenbon notwendig wäre. Die relevanten Daten erhält das Finanzamt über die Kasse. Der Bon ist dabei nur ein zusätzlicher Beleg on top. Allerdings ist die Technik noch nicht ausgereift, es gibt nicht genügend Kassen auf dem Markt und die, die es gibt, sind teuer. Dass das neue Gesetz deshalb nicht am 1. Januar 2020 vollumfänglich in Kraft treten kann, ist bereits klar.

Gesetzgeber lässt Spielraum für Alternativen zum Kassenbon

Es scheint, als wäre die Belegpflicht ein Strohhalm, an dem sich der Gesetzgeber festhält. Eine Trotzreaktion, die der Handel aber erst mal nicht ignorieren kann. Es wird also Zeit sich Gedanken, um Alternativen zum Kassenbon zu machen. Und diese gibt es, denn ein wenig Freiraum lässt das neue Gesetz. So wurde festgelegt, dass der Beleg sowohl analog, als auch digital ausgestellt werden kann. Durch Letztgenanntes lässt sich der Bondruck umgehen. Nämlich indem man dem Kunden den Kassenzettel per E-Mail, Kundenkonto oder auf das Smartphone zukommen lässt. Doch worin unterscheiden sich diese Alternativen zum Kassenbon? Welche ist alltagstauglich und hat so die Chance sich durchzusetzen?

Alternativen zum Kassenbon: 1. Versand per Mail

Bereits Anfang der 2000er gab es Bestrebungen auf den haptischen Kassenzettel zu verzichten. Eine der Alternativen zum Kassenbon war damals der „e-Bon“. Einzelhandelsgrößen wie DM, Deichmann, American Apparel und andere führen das System ein und nutzten es lange recht erfolgreich. DM hielt sogar bis Mitte 2018 daran fest. Im Zuge der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) stellte das Unternehmen den Dienst dann jedoch ein. Das Problem: Um den „e-Bon“ nutzen zu können musste man im Besitz einer Payback-Karte sein. Nur so konnte der Kunde dem Einkauf zugeordnet werden. Zwar verwiesen die Unternehmen darauf, dass keine personenbezogenen Daten erhoben würden, doch die Zusammenarbeit mit Payback machte diese Aussage fragwürdig. Ebenfalls nicht jedem gefiel der Umstand, dass nach der Registrierung für den „e-Bon“ Werbung ins Haus flatterte – zum Teil online, häufig jedoch gedruckt. Etwas, was im Spannungsfeld von Datenschutz und Nachhaltigkeit nicht ganz durchdacht wirkte. ² Trotz dieser vermeintlichen „Pferdefüße“ nimmt Rewe die Idee a wieder auf und bietet seinen Kunden einen „e-Bon“ an. Ab 2020 kann man sich als Alternative zum Kassenbon seinen Beleg per E-Mail zusenden lassen. Allerdings ist auch hier ein Payback-Konto erforderlich, ebenso ein Rewe Kundenkonto.

Alternativen zum Kassenbon: 2. Speicherung im Kundenkonto

Für alle, die regelmäßig bei einem bestimmten Händler einkaufen, lohnt sich ein Kundenkonto. Dort könnte auch der Kassenzettel gespeichert werden. Unternehmen wie die Baumarktkette Hornbach, oder Lebensmitteleinzelhändler wie Rewe, Netto und Edeka bieten dies bereits an. Nach Registrierung auf der jeweiligen Seite und der Aktivierung des Kontos, kann man diese Alternative zum Kassenbon nutzen. Allerdings auch hier wieder nicht, ohne persönliche Daten einzutragen. Zudem ist das System nicht einheitlich, sodass man für jedes Geschäft ein eigenes Kundenkonto benötigt. Etwas, was wenig praktikabel erscheint und die Lust am papierlosen Quittieren trübt. Und noch ein Problem gibt es: Edeka, Netto und Marktkauf verwenden ein einheitliches System das mit einer Bezahl-App gekoppelt ist. Das digitale Quittieren funktioniert dort nur, wenn man diese Apps zum Bezahlen nutzt. Wer auf Bargeld setzt, hat von diesen Alternativen zum Kassenbon nichts.

Alternativen zum Kassenbon: 3. Digitales Quittieren per App

Den Bon aufs Smartphone zu senden erscheint als eine der sinnvollsten Alternativen zum Kassenbon. Kein anderes Gerät tragen wir so konsequent immer bei uns. Diesen Umstand nutzen bereits einige Anbieter. So gab es Versuche von Kassenzettel-Apps, das Quittieren auf das mobile Endgerät zu verlegen. Allerdings waren diese Alternativen zum Kassenbon nicht ausgereift und scheiterten. Das Problem war einerseits die Menge an Daten, die eingegeben werden musste, um den Dienst zu nutzen. Hier tritt das Thema Datenschutz und die Auswertung personenbezogener Daten wieder auf den Plan – Themen, die der Verbraucher kritisch sieht und ihn vor der Verwendung solcher Angebot zurückschrecken lässt.

Ein anderer Nachteil war, dass die Apps den Kassenzettel nicht wirklich ersetzen. Sie ergänzten ihn nur, indem sie die Möglichkeit boten, einen bereits gedruckten Bon einzuscannen und im System zu speichern. So digitalisiert konnte er jahrelang aufbewahrt werden. Papier wurde dadurch jedoch nicht eingespart. Darüber hinaus handelte es sich bei den Anwendungen um Insellösungen, die nur in wenigen Geschäften genutzt werden konnten. So hatte man statt einer App für alles, gleich mehrere auf dem Telefon. Auch dies war also keine wirkliche Alternative zum Kassenbon.

Trotzdem erscheint das digitale Quittieren per Smartphone die zukunftsträchtigerer Alternative zum Kassenbon zu sein- sofern die Fehler und Probleme der Vorgänger ausgemerzt wurden. Genau dies schafft die Kassenzettel-App admin. Sie kann ohne großen Dateneinsatz genutzt werden. Zwar ist auch hier eine einmalige Registrierung notwendig, jedoch braucht es dafür nur wenige Informationen. Darüber hinaus erfolgt die Übertragung der Daten per NFC-Technik. Dies geht schnell, unkompliziert und benötigt ebenfalls keine zusätzlichen Daten. Ein weiterer Vorteil ist, dass admin übergreifend arbeitet. Das bedeutet, dass die App bei einer Vielzahl von Händlern und Dienstleistern eingesetzt werden kann. Dadurch wird das digitale Quittieren universell. Das Anlegen von gesonderten Nutzerkonten ist nicht nötig. Auch können bereits vorhandene Bons nachgepflegt werden. Werbung wird es in der App nicht geben und auch personenbezogenen Daten werden nicht erhoben – geschweige denn mit anderen Anbietern geteilt. Ein rund um durchdachtes Konzept also, das als echte Alternative zum Kassenbon das befürchtete wirtschaftliche und ökologische Chaos abwenden könnte.

Quellen:

1. https://www.wiwo.de

2. https://www.supermarktblog.com