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Was kann ich im Alltag für den Artenschutz tun?

26. April 2021 Lesezeit ca. 3 Min.
Ein Vogel im Anflug auf einen Zweig - was tust du für den Artenschutz?

Was kann ich im Alltag für den Artenschutz tun?

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Derzeit erleben wir laut der Wissenschaft das größte Artensterben seit der Zeit der Dinosaurier. Von den fast 130.000 erfassten Arten auf der Roten Liste gelten mehr als 35.500 als bedroht. Dabei handelt es sich nicht nur um exotische Tier- und Pflanzenarten aus fernen Ländern. Auch hier in Deutschland können wir immer stärker einen Verlust der Biodiversität beobachten. Heimische Vögel wie der Kiebitz oder die Feldlerche sind bereits aus vielen Gebieten verschwunden – und sie werden nicht die letzten bleiben.

Aus diesem Grund wird es immer wichtiger, dass sich jeder Einzelne für den Artenschutz einsetzt. Dazu zählen alle Maßnahmen, die den Schutz oder sogar die Wiederansiedlung bedrohter Tier- und Pflanzenarten begünstigen. Für den Erhalt von Tier- und Pflanzenarten und ihrer Lebensräume kannst du schon in deinem Alltag sorgen.

Klimaschutz = Artenschutz

Generell gilt, dass jede Handlung, die gut für das Klima ist, automatisch auch die Natur und somit die Ökosysteme schützt. Besonders der Verzicht auf Plastikmüll und die ordnungsgemäße Entsorgung haben einen direkten Einfluss auf unsere Umwelt. Wie du ganz einfach nachhaltige Gewohnheiten in deinen Alltag einbinden kannst, haben wir dir hier gezeigt:

Der Klimawandel hat nämlich besonders auf den Artenschutz einen großen Einfluss. Jede Änderung des Klimas schafft große Probleme für das Überleben vieler Arten. Die meisten können sich den Veränderungen nicht schnell genug anpassen, finden keine Nahrung mehr oder müssen ihre natürlichen Lebensräume verlassen.

Illegaler Handel mit exotischen Tieren und Pflanzen

Besonders im Urlaub solltest du auf deine mitgebrachten Souvenirs achten. Viele lokale Händler bieten Produkte aus gefährdeten Tieren- und Pflanzen an. Beispielsweise Schuhe und Taschen aus Schlangen- oder Waranleder und auch Instrumente aus gefährdetem Tropenholz sind beliebte Urlaubserinnerungen. Vor allem aber im Internet findet man immer wieder Inserate für lebendige exotische Tiere oder auch sogenannte „Trophäen“ wie Geweihe und Felle. Doch nicht nur für die jeweilige geschützte Art solltest du auf solche Käufe verzichten. Das Einführen fremder Tier- und Pflanzenarten könnte heimische Arten verdrängen und sie gegebenenfalls vollständig ausrotten.

Ein Blick in einen dichten Urwald - der Regenwald trägt zum Artenschutz bei

Überdenken der eigenen Konsumentscheidungen

Bei der Frage nach dem Klima- und Artenschutz geht es nicht nur um den Aspekt, dass wir zu viel konsumieren, sondern auch was. Ein wahrer Klimakiller und auch eine der Hauptursachen für das Artensterben ist der enorme Fleischkonsum. Gemäß einer Studie der Oxford-Universität werden 83% der kompletten landwirtschaftlichen Fläche für die Fleisch- und Milchproduktion genutzt. Besonders für den Anbau von Soja als Tierfutter werden riesige Areale im Regenwald gerodet. Dabei bietet besonders dieses Gebiet einer Vielzahl von ohnehin gefährdeten Arten eine Heimat. Indem du deinen Fleischkonsum reduzierst oder sogar einstellst, kannst du einen großen Schritt für den Artenschutz tun.

Der Regenwald wird allerdings nicht nur durch die Soja-Plantagen gefährdet. Er wird auch im großen Stil für die Gewinnung von Palmöl zerstört. Dabei handelt es sich um ein sehr billiges und daher weltweit stark verbreitetes Pflanzenöl. Man findet es in sämtlichen Lebensmitteln, Kosmetika und vielen weiteren Produkten. Oft wird es unter anderen Namen, wie Natriumlaurylsulfat, Ethylpalmitat, Palmolein oder Palmitinsäure auf. Mit Apps wie CodeCheck kannst du diese Produkte bewusst meiden.

Allgemein solltest du versuchen, deine Lebensmittel möglichst regional, saisonal und in Bio-Qualität zu kaufen. So unterstützt du die lokale Landwirtschaft, förderst heimische Pflanzensorten und tust obendrein noch etwas für den Artenschutz. Besonders durch den Verzicht auf synthetischen Pestiziden und Dünger werden viele agrarlandtypische Arten geschont. Verschiedene Siegel zeigen dir, ob Produkte wie Fisch oder Holz aus nachhaltigen Quellen stammen.

Selbst Lebensräume für Arten schaffen

Wenn du den Luxus eines eigenen Gartens besitzt kannst du besonders was für den Artenschutz heimischer Tiere und Pflanzen tun. Auch wenn der Trend leider oft in Richtung Steingärten oder penibel gestutzter Rasenflächen geht, ist dies nicht sonderlich förderlich für die Ökosysteme. Dabei gibt es so viele einfache Möglichkeiten, Lebensräume auf dem eigenen Grundstück zu schaffen.

Statt Rasen in Golfplatzmanier solltest du überlegen, ob eine Wiese mit Wildblumen nicht eine viel angenehmerer (und weniger arbeitsintensive) Wahl wäre. Heimische Blumen und Kräuter bilden ein wahres Paradies für sämtliche Insekten und bringen zudem einen ganz anderen Flair in deinen Garten. Zudem solltest du auch Hecken wenn überhaupt nur im Winter stutzen, um Vögeln die Möglichkeiten zur Brut zu geben. Unterstützen kannst du das zusätzlich mit Nistkästen. Wenn du genug Platz hast, kannst du mit einem Naturteich ein wahres Biotop schaffen und zusätzlich ein Highlight in deinem Garten kreieren.

Eine Blumenwiese mit Mohn und Kornblumen - Wildwiesen tragen zum Artenschutz bei

https://www.bmu.de/themen/natur-biologische-vielfalt-arten/artenschutz/artenschutz-durch-den-buerger/artenschutz-kann-jeder-leisten/

https://www.wwf.de/themen-projekte/artenschutz-und-biologische-vielfalt

https://www.lizzynet.de/wws/2906404.php

https://www.deine-tierwelt.de/magazin/artenschutz/

https://utopia.de/weltbiodiversitaetsrat-un-arten-bedroht-138302/

https://www.careelite.de/artensterben-stoppen-was-tun/

https://www.sueddeutsche.de/wissen/artenschutz-tiere-pflanzen-deutschland-1.4432562

https://www.faz.net/aktuell/wissen/erde-klima/alarmierende-bedrohung-was-kann-ich-gegen-artensterben-tun-16174803.html