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Aus Alt mach Neu: Upcycling

19. April 2021 Lesezeit ca. 3 Min.
Hängende Blumenvasen aus Glühbirnen - Upcycling ist nicht nur nachhaltig, sondern auch im Trend

Aus Alt mach Neu: Upcycling

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Recycling ist wahrscheinlich jedem ein Begriff – aber Upcycling? Generell versteht man unter Upcycling die Wiederverwendung alter, kaputter oder augenscheinlich nutzloser Sachen. Dabei werden sie so zweckentfremdet, dass am Ende etwas mit höherem Wert rauskommt. Man schafft also etwas Neues, spart dabei Ressourcen und gibt nicht mal Geld aus. Das macht Upcycling ideal für alle kreativen Köpfe, Umweltschützer, Sparfüchse oder einfach für jeden, der Lust auf etwas Neues und Innovatives hat. 

Das Beste ist: Es ist eigentlich ganz einfach! Vermutlich hat jeder als Kind schon kleine Kunstwerke aus alten Pappkartons oder Zeichnungen kreiert. Doch auch jetzt kann man in seinem Alltag mit wenigen Handgriffen aus vermeintlichem Müll Sachen herstellen, die nicht nur praktisch sind, sondern auch optisch richtig was hermachen. Ob Vasen aus Glasflaschen, Möbel aus Europaletten oder Aufbewahrungsmöglichkeiten aus Plastikflaschen –  der Kreativität wird hier keine Grenze gesetzt.

Woher kommt der Trend?

Auch wenn Upcycling derzeit einen Aufschwung wie nie zuvor erfährt, ist der Begriff nicht neu. Erstmalig bekannt wurde er 1994 durch ein Interview des Ingenieurs Reiner Pilz in der Zeitschrift Salvo. Er machte dort besonders auf den Wertverlust beim Recycling aufmerksam: „ Recycling? Ich nenne es Downcycling. Sie schlagen Steine kaputt, sie schlagen alles kaputt. Was wir brauchen, ist Upcycling, bei dem alte Produkte einen höheren Wert erhalten, keinen geringeren.“ In seinem Unternehmen achtete er schon sehr früh auf die Wiederverwertung von Rohstoffen. Die Pilz GmbH zerstörte beispielsweise beim Abriss von Häusern keine Ziegel, um diese für den Bau neuer Häuser wiederverwenden zu können.

Werkzeug auf einem Blatt Papier - beim Upcycling wird der Kreativität keine Grenze gesetzt

Der Begriff ist eine Zusammensetzung aus den englischen Begriffen up (hoch) und recycling (Wiederverwertung). Es grenzt sich so bewusst vom Recycling ab. Doch auch wenn der Begriff von Pilz zum ersten Mal angewendet wurde, so ist das Grundprinzip alles andere als neu. Besonders in ärmeren Regionen, bei begrenzten Ressourcen oder auch nach dem Krieg galt: Not macht erfinderisch. Die Wegwerfgesellschaft ist ein sehr modernes Phänomen. Früher war es ganz normal, dass Sachen so lange verwendet wurden, bis sie unbrauchbar waren und auch dann wurde eher repariert oder umgeändert, anstatt etwas direkt zu entsorgen. Viele werden das sicherlich auch noch kennen: Wenn als Kind die Hose langsam nicht mehr passte oder Löcher an den Knien waren, wurde sie kurzerhand abgeschnitten und eine Shorts draus gemacht. Auch das ist schon Upcycling. 

Besonders in der Kunst ist Upcycling schon lange ein Thema. Im frühen 20. Jahrhundert entstand der sogenannte Dadaismus, bei dem für die Kunstwerke alles verwendet wird – von verrosteten Metallrohren bis hin zu ganzen Fahrrädern. In Japan existiert eine solche Art der Kunst schon seit Jahrhunderten. Kintsugi bezeichnet die Kunst aus alten Porzellanscherben und gilt als hoch geschätztes Meisterwerk, das nur wenige beherrschen.

Was macht Upcycling so sinnvoll?

Die nachhaltigen Aspekte des Upcycling liegen natürlich auf der Hand: Es werden keine Ressourcen verschwendet und zusätzlich sogar weiterer Müll vermieden. Zusätzlich ist es besonders bei einem knappen Budget eine tolle Möglichkeit, frischen Wind in die Wohnung oder den Kleiderschrank zu bringen. Du kannst deiner Kreativität freien Lauf lassen und dir so individuelle Einzelstücke erschaffen. Es war also nie so einfach, den Konsum einzuschränken und dennoch neue Sachen zu bekommen.

Wie funktioniert Upcycling?

Generell kann alles als Ausgangsmaterial genutzt werden. Besonders sinnvoll sind allerdings Sachen, die sich nicht oder nur schwer recyceln lassen. Ob Textilien, ausrangierte Möbel oder sogar Plastikmüll – mit ein bisschen Fantasie kann allem noch ein neues Leben eingehaucht und ein Sinn verliehen werden. Ein bisschen Inspiration kannst du dir bei YouTube und Pinterest holen, da findest du für beinahe alles eine Bau- oder Bastelanleitung.

Zudem sind auch viele Unternehmen auf den Trend aufgesprungen. So gibt es beispielsweise Taschen aus alten Turngeräten oder Plane, Möbel aus Schiffsplanken und Paletten oder Upcycling-Mode. Bei dem Kauf solcher Produkte solltest du allerdings darauf achten, dass hier auch wirklich aus etwas Altem etwas Neues gemacht wurde. Da der Trend derzeit boomt, haben viele Hersteller angefangen, ihre Ware „auf alt zu machen“. Natürlich fallen diese Sachen nicht unter Upcycling und sind dementsprechend auch nicht so nachhaltig. 

https://bean-spectacles.com/blog/2018/02/08/was-ist-upcycling/

https://praxistipps.focus.de/was-ist-upcycling-einfach-erklaert_45820

https://www.ecomonkey.de/magazin/was-ist-upcycling-definition-beispiele/

https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/upcycling_2004.htm

https://www.selbst.de/die-geschichte-des-upcycling-was-ist-upcycling-50195.html

https://www.ispo.com/knowhow/id_77078324/was-verbirgt-sich-eigentlich-hinter-dem-umwelttrend-upcycling-.html

https://www.carlmarie.de/magazin/unterhaltung/upcycling/