Newsroom
michelle bourguignon
Avatar Lesezeit ca. 3 Min.

Mit den Folgen für die Umwelt hat sich die Politik nicht beschäftigt

Warum es so wichtig ist, dass die Petition gegen die Einführung des neuen Kassengesetzes erfolgreich wird.

Mit den Folgen für die Umwelt hat sich die Politik nicht beschäftigt

4 min Lesezeit
Reading Time: 3 minutes

Mit einem neuen Gesetz der Bundesregierung rollt etwas auf Handel und Gastronomie zu, das sich nicht nur auf die Geschäfte, Restaurants und Cafés des Landes auswirken wird. Vielmehr wird das „Gesetz zum Schutz vor Manipulation an digitalen Grundaufzeichnungen“ zu einem sprunghaften Anstieg beim Einsatz von Papier und damit auch bei der Verschwendung von wichtigen Ressourcen führen. Außerdem trägt es dazu bei, noch mehr gesundheitsschädliche Gifte in die Umwelt zu schleusen. Denn laut Gesetz müssen Händler und Gastronomen ab 2020 jedem Kunden einen Kassenbon ausstellen – egal wie klein die Transaktion ist und unabhängig davon, ob der Kunde den Zettel haben möchte oder nicht. Ein Umstand, der in Zeiten der Digitalisierung nicht nur unsinnig ist, sondern einen echten Rückschritt bedeutet und zeigt, wie realitätsfremd die Bundesregierung dieses Thema immer noch betrachtet.

Gesetz soll zu mehr Kontrolle im Handel führen, die Auswirkungen auf Umwelt und Mensch sind jedoch umfassend

Warum es so vielen Menschen wichtig zu sein scheint, dass das neue Gesetz in seiner aktuellen Form nicht durchgesetzt wird, erklärt sich, wenn man Hintergründe und Auswirkungen näher betrachtet. So bedeutet das Ausdrucken der Kassenzettel für Handel und Gastronomie nicht nur einen erhöhten Arbeits- und Kosten- und Verwaltungsaufwand. Vielmehr trägt jeder einzelne Bon zur Schädigung von Umwelt und Gesundheit bei. Das beginnt bei der Produktion des Papiers für die Thermopapierrollen, bei dem Tausende an Kubikliter Wasser und Unmengen an Energie eingesetzt werden. Hinzu kommen die Holzfasern, von denen ein Teil nicht selten aus Waldgebieten stammt, die gefährdet sind oder nicht nachhaltig angebaut wurden.

Mitarbeiter in Handel und Gastronomie sind genauso gefährdet wie Kunden

Das Thermopapier ist ein echtes Gesundheitsrisiko für jeden, der mit ihm in Kontakt kommt. Das beginnt bereits im Handel, im Geschäft, wo die Mitarbeiter tagtäglich Hunderte Kassenzettel drucken und anfassen müssen. Über Hautkontakt gelangen hochgiftige Bisphenole in den Organismus und können auf Dauer zu Krebs, Diabetes und einer Schädigung des Erbguts führen. Schädigungen, die bei einer Schwangerschaft auch auf das ungeborene Kind übergehen. Das Gleiche gilt für den Kunden, der den Zettel in Empfang nimmt und ihn oft wochenlang mit sich herumträgt. Das heißt, wenn er ihn nicht sofort wegwirft. Denn ein hoher Prozentsatz an Kassenzetteln landet umgehend in der Mülltonne – wenn es gut läuft. Häufig jedoch wird der Bon im Altpapier entsorgt. Ein echtes Problem, da die Giftstoffe im Rahmen des Recyclingprozesses ins Grundwasser gelangen und sich so in der Umwelt anreichern.

Sprunghafter Anstieg an Papierkosten durch Belegausgabepflicht für den Handel

„Durch die Belegausgabepflicht werden eine Milliarde und mehr Kassenzettel ausgestellt“, weiß Michelle Bourguignon. Sie zusätzliche Papierkosten beziffert der Bundesrat mit rund 5,5 Millionen Euro. Hört man diese Zahl und betrachtet die Probleme, die Kassenzettel aus Thermopapier bereits jetzt verursachen, erscheint die Notwendigkeit das neue Bundesgesetz zu verhindern dringender denn je. Es stellt sich auch die Frage, warum ausgerechnet der Ausdruck eines Bons das Mittel der Wahl sein soll, um Umsatzsteuerbetrug zu verhindern. Das genau ist nämlich das Ziel der Bundesregierung. „Während alle Bereiche der Wirtschaft digitalisiert werden, setzt der Gesetzgeber darauf, weiter milliardenfach Papierzettel in den Umlauf zu bringen“, ärgert sich Michelle Bourguignon. Dabei gibt es Lösungen, die der Zeit entsprechen. „Mit der heutigen Technologie ist es möglich, per App eine Quittung zu verschicken. Einmal verschickt ist sie nicht mehr rückgängig zu machen. Das ist wie ein elektronisches Kassenbuch“, weiß Harry Wijnvoord. Dieses digitale Quittieren wird beispielsweise durch die Kassenzettel-App admin möglich. Dabei wird der Bon ganz einfach auf das mobile Endgerät des Kunden gesendet. Der digitale Beleg erfüllt alle im neuen Gesetz angelegten Anforderung und das ganz ohne Zettelchaos. Handel und Gastronomie müssen ihre Kassen nur mit einer NFC-Schnittstelle und einem entsprechenden Scanner ausstatten. Der Kunde benötigt lediglich die App, die er auf sein Smartphone oder Tablet lädt. 

Der digitale Kassenzettel als Antwort für Regierung und Handel

Michelle Bourguignon zweifelt das Gesetz zum Schutz vor Manipulation an digitalen Grundaufzeichnungen in seiner Notwendigkeit nicht an: „Es hat seine Berechtigung“. Allerdings möchte sie die Politik zum Umdenken bewegen, darauf hinweisen, dass wichtige Punkte nicht bedacht wurden und Alternativen aufzeigen. Um die notwendige Aufmerksamkeit für ihr Anliegen zu erhalten, benötigt sie insgesamt 50.000 Unterschriften. Ist dies erreicht, will sie die Petition an Bundesfinanzminister Olaf Scholz persönlich weitergeben.

Wer dazu beitragen möchte, hat die Möglichkeit sich über folgenden Link anzuschließen:

https://www.change.org/kassenzettel