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Nachhaltigkeit und Fortschritt adé: Kassenzettel werden ab 2020 Pflicht

Durch die Belegpflicht will der Gesetzgeber Manipulationen am Kassensystem eindämmen. 2020 tritt die allgemeine Belegausgabepflicht in Kraft und zwingt zur Herausgabe von Kassenzetteln an allen Kassensystemen.

Nachhaltigkeit und Fortschritt adé: Kassenzettel werden ab 2020 Pflicht

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Nach Ablauf der sechsjährigen Übergangsphase tritt 2020 die allgemeine Belegausgabepflicht in Kraft. Das bedeutet, dass Geschäfte und Händler, die mit digitalen Kassensystemen arbeiten dazu verpflichtet werden, dem Kunden für jeden Kaufvorgang einen Kassenzettel auszuhändigen. Darüber freuen sich vor allem Anbieter von Bondruckern und Thermopapierrollen, die offensiv Werbung für ihre Produkte betreiben. Als wichtige, ja unverzichtbare Ergänzung werden diese angepriesen, der Ausdruck von Quittungen als alternativlos dargestellt.

Doch während sich die einen über das neue Gesetz freuen, schlagen andere verzweifelt die Hände über dem Kopf zusammen. Darunter vor allem Umweltexperten und Verfechter von Digital Payment, elektronischem Quittieren und Co. Bei deren Kritik geht es jedoch weniger um Konkurrenzdenken, oder darum einer bestimmten ökologischen Nische Aufmerksamkeit zu verschaffen: Vielmehr birgt die allgemeine Belegpflicht die Gefahr, dass viele der jahrelangen Bemühungen den Zahlungsverkehr nachhaltig zu gestalten nichtig gemacht werden. Denn haptische Quittungen sind nicht nur lästig, sie sind auch gesundheitsschädlich, belasten die Umwelt mit Giftstoffen und verschwenden wichtige Ressourcen.

Gesetz soll Manipulationen am Kassensystem verhindern

Im Grunde geht es bei dem „Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen“ darum, dass die Steuerhinterziehung in Branchen mit Bargeldverkehr eingedämmt werden soll. Durch die Manipulation von Kassensystemen gehen dort nach groben Schätzungen Steuereinnahmen im sechsstelligen Bereich verloren – etwas was die Bundesregierung nicht länger hinnehmen will. Mit verschiedenen Auflagen soll es den Händlern erschwert werden Einnahmen am Finanzamt vorbei zu schmuggeln. Dazu gehört der Einbau von Sicherheitsmodulen ebenso wie die unangekündigte Kassennachschau im Geschäft. Die zwingende Belegausgabepflicht war zunächst nicht im Gesetzesentwurf vorgesehen, wurde von einem Teil der abstimmungsberechtigten Parteien aber trotzdem durchgesetzt.

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Nutzen der allgemeinen Belegpflicht ist fraglich

Der effektive Nutzen ist fraglich, denn schon immer wurden beim Einkauf Kassenzettel ausgedruckt und an den Kunden übergeben. Dieser entsorgte das Stück bisphenolbelastetes Papier meist sofort oder nahm es gar nicht erst an. Auch konnte sich das Thermopapier nie als dauerhafter Nachweis für die Buchhaltung etablieren, da der Aufdruck infolge von Temperaturschwankungen und UV-Strahlung schnell verblasst. Das hat sich bis heute nicht geändert und trotzdem sollen weiterhin Tonnen Papier verschwendet, und Massen an Schadstoffen in Umlauf gebracht werden. Das die Pflicht einen Beleg auszuhändigen nicht gleichzeitig bedeutet, dass der Empfänger diesen annimmt oder aufbewahrt zeigt sich am Beispiel Österreich und Italien. Dort besteht die allgemeine Belegausgabepflicht schon lange. Im Umgang mit den lästigen Papierchen ist das gleiche Verhalten zu beobachten, wie überall sonst auch: Die Quittungen wandern fast immer umgehend im Müll.

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Digitale Kassenzettel im Kassensystem integrieren

Doch es gibt einen Lichtblick, denn was die Profiteure des verpflichtenden Kassenzettels nicht kommunizieren ist, dass der Gesetzgeber es den Geschäften freistellt, ob sie den Beleg gedruckt oder digital aushändigen. Während sich die digitale Lösung lange eher umständlich gestaltete, auf E-Mail und Co. setzte, können sich die Entwicklungen der jüngsten Zeit als echte Antwort im Zwiespalt zwischen Bonpflicht und nachhaltigen Handeln erweisen. Zu diesen digitalen Innovationen gehört die App admin der A & G GmbH, die es ermöglicht den Kassenzettel ganz ohne Aufwand direkt auf das Smartphone des Kunden zu senden. Dazu braucht es weder große Investitionen, noch besonderen technischen Sachverstand oder ein spezielles Kassensystem. Die Lösung besteht aus einer simplen Soft- und Hardware für die Verkaufskasse und einer App, die sich jeder Kunde auf sein mobiles Endgerät laden kann. Per NFC-Schnittstelle wird die Quittung dann binnen Sekunden übertragen. Das System eignet sich für Ladenketten genauso wie für kleine Geschäfte, Kioske, Markthändler und Co.

Auch wenn es bisher wenig Chancen gibt, die Belegpflicht noch vor ihrem offiziellen in Kraft treten, gibt es demnach dennoch die Möglichkeit das Ganze nachhaltig, bewusst und zukunftsgerichtet zu gestalten. Ganz ohne Mehraufwand, ökologisch und trotzdem gesetzeskonform.

Quellen:

https://www.ihk-berlin.de/Service-und-Beratung/recht_und_steuern/Steuern_und_Finanzen/Neuer-Inhalt/3485224