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Digitales Quittieren und Datenschutz

Laut einer Studie haben Verbraucher ein hohes Interesse an digitalen Kassenbons. Warum der Datenschutz eine der letzten Hürden für die Akzeptanz des digitalen Quittierens ist, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Digitales Quittieren und Datenschutz

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Digitale Kassenzettel sind die Zukunft. Davon sind nicht nur Technikliebhaber überzeugt. Auch Kunden, die sonst eher analog orientiert sind erkennen langsam die Vorteile der papierlosen Quittung. Wie groß das Interesse an dieser Form des Belegs wirklich ist, das haben sich die Autoren der Fachpublikation „Nachhaltiges Wirtschaften im digitalen Zeitalter“ gefragt. Im Rahmen ihrer Studien zum Thema nahmen die vier Professoren der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, Sankt Augustin auch den digitalen Kassenzettel in den Fokus und führten eine qualitative Interviewstudie durch. Dabei wurde gefragt, wie das Konzept „digitaler Kassenzettel“ generell bewertet wird, welcher Mehrwert besonders interessant erscheint und wo mögliche Kritikpunkte liegen.

Einfach den digitalen Kassenbon aushändigen lassen

Dabei kam heraus, dass 15 von 17 befragten das Konzept grundsätzlich positiv bewerten, Vorteile gegenüber der Papierversion sehen und den digitalen Beleg öfter nutzen würden als die klassische Variante. Auch zeigte sich, dass die Meisten den haptischen Bon als Papierverschwendung betrachten. Speziell bei Einkäufen von Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs verschwinden die Zettel häufig noch vor Ort im Müll. Viele der Interviewten hoben deshalb den positiven Umweltaspekt hervor. Das galt auch für Verfechter des Papierbons und ältere Befragte, die sich eigentlich wenig mit dem Thema Digitalisierung identifizieren können. Da jedoch auch sie sehen, dass inzwischen fast jeder ein Smartphone mit sich führt, erscheint selbst ihnen die Idee dies sinnvoll zu nutzen logisch. Auch Vorteile wie die Zeitersparnis an den Kassen, eine bessere Übersichtlichkeit und die Möglichkeit zusätzliche und Informationen strukturiert aufrufen zu können wurden positiv hervorgehoben.

Daten vom Nutzer der App sowie vom Händler sind bei uns sicher

Mehrwert vs. Datenschutz: Die Bedenken der Verbraucher

Insgesamt scheint der digitale Kassenzettel in den Köpfen der Verbraucher also auf dem Vormarsch zu sein, doch gibt es auch Bedenken. Speziell was das Thema der Datenerhebung angeht. Fragen wie, ob die Daten sicher gespeichert werden, ob sie Rückschlüsse auf die Identität des Nutzers zulassen, ob Dritte darauf Zugriff erhalten und wie es generell mit den Bereichen Datenschutz und Transparenz bestellt ist, tauchten immer wieder auf. Ein Thema also, das den Verbraucher trotz Anerkennung des Mehrwerts des digitalen Belegs beschäftigt. Eines, das seit Einsetzen der DSGVO jedoch keines mehr sein sollte, denn die Gesetzeslage ist klar: Es dürfen keine personenbezogenen Daten erhoben werden, es sei denn der Betroffene stimmt dem explizit zu. Ansonsten müssen alle Daten so anonymisiert werden, dass die Person selbst nicht identifiziert werden kann. 

Die admin App anonymisiert alles über seinen Nutzer

Für den digitalen Kassenbon bedeutet dies, dass allein der Nutzer Einblick in seine Daten hat. Nur er kann seine Belege aufrufen, sortieren und weitergeben. Das gilt auch für die App admin, die von Anfang an so entwickelt wurde, dass die Verarbeitung der Daten DSGVO-konform erfolgt. Zwar muss der Nutzer sich vor der ersten Verwendung registrieren, doch wird darüber hinaus kein Nutzerprofil angelegt. Alle persönlichen Daten sind geschützt, dennoch können Kundenströmungen analysiert werden. Diese anonymisierten Informationen geben Aufschluss über Kaufverhalten, Kundengruppen und mehr. Dadurch wird admin zu einem wichtigen Analysetool, das dem Händler dabei hilft sich den Bedürfnissen seiner Kunden anzupassen.

Inhaber vom Geschäft

Verbraucherwunsch: Verlässlicher Datenschutz und individualisierte Informationen

Interessanterweise gehört letztgenannter Mehrwert für den Händler auch zu den positiven Eigenschaften des digitalen Quittierens, die in der Umfrage oft hervorgehoben wurden. So wünschten sich die Befragten eingehendere Informationen über Produkte um bessere Kaufentscheidungen treffen zu können. Zudem bestand der Wunsch, dass auf Basis der gespeicherten Informationen Vorschläge für ähnliche, günstigere oder passende Produkte gemacht werden. Auch Preismelder, Erinnerungsfunktionen, etc. wären in den Augen der Befragten interessant.

Man kann also zusammenfassen, dass der digitale Kassenzettel zwar lange darauf gewartet hat durchzustarten, die Zeit dafür jetzt jedoch reif zu sein scheint. Der Papierbeleg ist bei den meisten negativ konnotiert, während die digitale Quittung als zeitgemäße Alternative angesehen wird. Um den digitalen Kassenzettel also weiter zu etablieren ist Transparenz wichtig, denn wenn man dem Kunden die Angst vor einem Missbrauch seiner Daten nehmen kann, steht dem Siegeszug des digitalen Belegs nichts mehr im Wege.

Quellen:

„Nachhaltiges Wirtschaften im digitalen Zeitalter: Innovation – Steuerung – Compliance“ / 1. Aufl. 2018 / ISBN-10: 9783658201739