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Die Digitalisierung in Deutschland
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Digitalisierung und Nachhaltigkeit – Probleme und Chancen

Die Digitalisierung bietet viele Möglichkeiten zum besseren Umgang mit unserer Umwelt. Während das Potential jedoch weitestgehend ungenutzt bleibt, ergeben sich zusätzliche Risiken.

Digitalisierung und Nachhaltigkeit – Probleme und Chancen

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Das Zusammenspiel von Digitalisierung und Nachhaltigkeit ist ein komplexes Thema, das positive und negative Aspekte vereint. So ist unbestritten, dass der Klimaschutz mithilfe der Digitalisierung aktiv vorangetrieben werden kann, andererseits trägt sie einen nicht unwesentlichen Teil zum Klimawandel bei. „Ich will eine Digitalisierung, deren Potenziale für die Jahrhundertaufgabe Klimaschutz genutzt werden“, äußerte sich kürzlich Bundesumweltministerin Svenja Schulze in einem Gastbeitrag im Handelsblatt. Dort forderte sie eine Trendwende, die Wohlstand, Gerechtigkeit und Umweltschutz vereint.

Die Digitalisierung ermöglicht Wissen, Bildung und Kommunikation für alle

Dass die Digitalisierung eine Medaille ist, deren zwei sehr unterschiedlichen Seiten zusammengebracht werden müssen, um die Zukunft positiv zu gestalten, zeigt sich, wenn man ihre Potenziale und Probleme näher betrachtet. So ermöglicht das Internet den unbegrenzten Zugriff auf Informationen. Smarte Geräte und Maschinen erleichtern Alltag und Arbeit. Die einfache Kommunikation über Ländergrenzen und Kontinente hinweg ist inzwischen längst zum Alltag geworden, und hat die Menschen näher zueinander geführt. Wissen und Bildung auch in die entlegensten Orte zu bringen, ist keine Zukunftsmusik mehr.

Auswirkungen der Digitalisierung

Schattenseite der Digitalisierung: enormer Bedarf an Energie und Ressourcen

Auf der anderen Seite verursachen die Unmengen an Daten, die tagtäglich durch die Netze fließen entsprechende CO2-Emissionen. Denn um die Datenströme zu verarbeiten, bedarf es großer Rechenzentren, die Energie für Betrieb und Kühlung verbrauchen. Für die Erzeugung werden primär fossile Brennstoffe verwendet. Ein Problem, denn der Datenverkehr steigt weiter an. Laut einer vom WWF und der Robert Bosch Stiftung geförderten Studie wird sich der Energieverbrauch des Internets in den nächsten 25 Jahren massiv erhöhen. Hinzu kommen Milliarden smarter Geräte, die kontinuierlich Daten empfangen und senden. Bereits heute macht dies 12 Prozent des globalen Energieverbrauchs aus. Bis 2025 wird dieser laut Studie noch mal auf 20 Prozent steigen.

Ebenfalls steigend ist der Bedarf an Rohstoffen für die Produktion der Geräte. Der Abbau bestimmter Mineralien geht mit einer massiven Abholzung der Regenwälder einher, was Folgen für die Umwelt und die dort lebende Bevölkerung hat. Das Gleiche gilt für die wachsende Menge an Elektroschrott, der häufig in Drittländer exportiert wird. Dort leiden Menschen und Umwelt unter den Auswirkungen der im Schrott enthaltenen schädlichen Substanzen.

Die Digitalisierung bietet Chancen für einen nachhaltigen Umgang mit Mensch und Umwelt

Ebenso groß wie die Probleme ist jedoch das Potenzial der Digitalisierung zu einem nachhaltigen Umgang mit Mensch und Umwelt zu gelangen. So können digitale Lösungen physische ersetzen. Als Beispiel nennt die Studie das Lesen vonTextdokumenten am Bildschirm. Diese müssen ebenso wenig ausgedruckt werden, wie digitale Kassenzettel, die den umwelt- und gesundheitsschädlichenBeleg auf Thermopapier ersetzen. So tragen Anwendungen wie die App admin aktiv zur Ressourcenschonung bei.

Pflanze - Blatt

Auch die Funktionsvielfalt des Smartphones ist ein Nachhaltigkeitsfaktor. So fungiert es gleichzeitig als Telefon, Navigationsgerät, Wecker und vieles mehr. Dadurch müssen deutlich weniger Einzelgeräte erworben werden, was auch deren Herstellung und Transport überflüssig macht. Das Gleiche gibt für Streamingdienste, die CDs, DVDs und Blu-Rays ersetzen. So wird aktiv CO2 eingespart.

Was heute in allen Bereichen des Lebens gilt, trifft also auch auf die Digitalisierung zu: Notwendig ist ein bewusster Umgang mit unseren begrenzten Ressourcen und ein globales Verständnis von Nachhaltigkeit. Dann kann auch eine weitere Vision von Bundesumweltministerin Svenja Schulze gelingen: „Eine Digitalisierung, die den Schutz von Umwelt und Natur garantiert“.

Quellen:

https://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/Studie_Suehlmann-Faul_Rammler_180406_final_pdf_protected.pdf

https://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastkommentar-umweltschutz-in-algorithmen-die-digitalisierung-muss-nachhaltiger-werden/24308016.html?ticket=ST-2174289-h34xHc32wRKT0OBqIoEP-ap2