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Avatar 20. Mai 2019 Lesezeit ca. 5 Min.

Neue Software-Lösung zum digitalen Quittieren

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Neue Software-Lösung zum digitalen Quittieren

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Schluss mit dem Thermopapier: Ab 2020 verbietet die EU den Einsatz von Kassenzetteln, die mit schädlichem Bisphenol A (BPA) behandelt sind.

Das stellt den Handel vor eine Herausforderung, denn aktuell setzt ein Großteil der Wirtschaft noch auf das Quittieren mit dem klassischen Papierbon, welches die BPA Beschichtung enthält. Dabei enthalten 14 von 19 auf Thermopapier gedruckte Kassenbons Bisphenol A oder die artverwandte Chemikalie Besphenol B, wie eine Stichprobe des BUND zeigte. Die A&G GmbH aus Bremen hat sich gefragt, warum Belege aus Papier überhaupt noch notwendig sind und eine Software-Lösung entwickelt, die digitales Quittieren massentauglich machen soll – per Smartphone-App. Quittiert der Papierbon jetzt seinen Dienst?

Bremen – Täglich werden im Handel etliche Kilometer Kassenzettel bedruckt, zumeist auf gesundheitsschädlichem Thermopapier – ein Material, das die EU ab 2020 aufgrund seiner Beschichtung mit der schädlichen Chemikalie Bisphenol A verbietet. Laut BUND lassen sich auf 14 von 19 auf Thermopapier gedruckten Kassenbons Bisphenol A oder der artverwandte Stoff Bisphenol B nachweisen. Das Bremer Unternehmen A&G GmbH hat mit seiner App admin bereits eine umweltfreundliche und effiziente Alternative parat. Über die Software-Lösung erhalten Kunden beim Kauf ihren Beleg direkt auf das Smartphone, kabellos übertragen per NFC, ohne mobile Internetverbindung. „Wir wollen den Handel mit admin revolutionieren“, sagt Amir Karimi, Geschäftsführer von A&G. „Die Lösung schont nicht nur Ressourcen, sondern bringt auch Ordnung in die Zettelwirtschaft.“ Dank der Organisationsfunktionen der App können Kunden Belege, die zum Beispiel für die Einkommensteuererklärung relevant sind, sammeln und an ihre Steuerberater senden – viel einfacher, als es derzeit mit Papierbons möglich ist.

Sie verbleichen, zerknittern, gehen verloren: Papierbons. Und trotzdem sind sie aus dem Handel nicht wegzudenken, weil sie als Garantie- und Steuerbeleg unersetzbar scheinen. In knapp der Hälfte aller EU-Länder besteht sogar eine Bonpflicht, etwa in Belgien, Frankreich, Italien und seit kurzem auch in Österreich. Eine Maßnahme gegen Umsatzsteuerbetrug, die massive Folgen für die Umwelt hat: 200.000 Tonnen Altpapier werden allein durch Quittungen auf dem europäischen Markt erzeugt – jedes Jahr. Weil ein Großteil der Belege aus BPA- beschichtetem Thermopapier besteht, aber fälschlicherweise über das Altpapier entsorgt wird, gelangen Hormone in die Umwelt, die Studien zufolge Einfluss auf die Gesundheit von Mensch und Tier nehmen können. Aber das ist nur eine der Schattenseiten des Papierbons.

Kontaktloses Quittieren per NFC

Eine andere ist die wirtschaftliche Belastung für den Handel. Denn egal wie modern die Kassensysteme sind, noch immer müssen sie Papier ausspucken. Belege, die oft direkt am Point of Sale von der Bonrolle in den Abfalleimer wandern – die Händler aber finanziell belasten. Weil sie Bondruck erwarten sowie regelmäßig Papier- und Farbrollen nachkaufen müssen. Und weil die Abwicklung an der Kasse Zeit kostet. Die ersten großen Handelsketten bieten ihren Bonusprogramm-Kunden deswegen bereits die Möglichkeit, Kassenbons auch digital abzuspeichern. Nur: eine Stand-alone-Lösung, in der Belege unterschiedlichster Geschäfte händlerübergreifend an einem zentralen Ort gesammelt werden können, gibt es nicht. Bislang.

Denn das Bremer Software-Unternehmen A&G GmbH hat mit admin eine App entwickelt, die das Quittieren mit dem Smartphone massentauglich machen und die Digitalisierung des Handels vorantreiben soll. Seit über einem Jahr arbeitet Geschäftsführer Amir Karimi mit seinem Team der A&G GmbH an der Software, die kostenlos für iOS und Android zum Download zur Verfügung stehen wird. In dieser müssen sich Nutzer lediglich registrieren und können anschließend per Near-Field-Communication (NFC) oder alternativ QR-Code Quittungen empfangen – kontaktlos, direkt beim Bezahlvorgang. Die digitalen Belege enthalten alle vorgeschriebenen Informationen zu den Einkäufen und lassen sich vom User per Fingertipp in eigens angelegte Ordner sortieren. Ein mobiles digitales Archiv für Kassenbons, das Nutzer auf Wunsch auch an Steuerberater, die Buchhaltung oder den Partner freigeben können.

„Der Papierbon ist die Plastiktüte der Zukunft“

Amir Karimi

Nachdem ihm immer wieder die sich unter der Vielzahl der ins Scheinfach gepressten Kassenbelege wölbenden, runden Portmonees aufgefallen sind, hat er mit seinem Geschäftspartner Dr. Gerd Köster 2017 die A&G GmbH gegründet – und sich ein Ziel gesetzt: „Ich will den Papierbon überflüssig machen.“ Der Umwelt zuliebe, sagt er. Vor allem aber, um den Alltag zu erleichtern. „Ich fand Belege schon immer lästig.“ Für Karimi sind Quittungen rudimentäre Relikte der Vergangenheit, sie passen nicht mehr in die Zeit der Digitalisierung. Doch wie weit ist es damit überhaupt in der deutschen Wirtschaft? Laut dem „Digitalisierungsindex Mittelstand“, einer von der Deutschen Telekom in Auftrag gegebene Benchmark- Studie, haben 2017 etwas mehr als ein Drittel (37 Prozent) der deutschen Händler das Thema Digitalisierung in ihre Geschäftsstrategie integriert – ein Plus von zwölf Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch zeigen die Zahlen auch: Die Mehrheit des Handels beschäftigt sich noch zu wenig mit dem Thema Digitalisierung. Meist geht es dabei zunächst vor allem noch immer um die Frage, wie sich das stationäre Geschäft besser mit dem Onlinehandel verknüpfen lässt. Wenn es Digitalisierungsstrategien gibt, steht jedoch oft auch das Smartphone im Mittelpunkt – sei es individuell ausgespielte Werbung über die Beacon- Technologie, das kontaktlose Bezahlen mit dem Handy oder das Sammeln von Bonuspunkten über hauseigene Applikationen. Nur an die Digitalisierung des Kassenbons hat bislang kaum einer gedacht – allenfalls als E-Mail-Version für registrierte Kunden. Dabei ist der Beleg in Zeiten von Big Data einer der wichtigsten Datenlieferanten.

Datenanalyse für die Optimierung

Eines der Argumente, mit dem Amir Karimi auch den Handel von seiner App admin überzeugen möchte: „Jeder Nutzer muss sich bei uns zunächst registrieren und sammelt dann an den unterschiedlichsten Orten Bons“, erklärt er. Die Daten werden anonymisiert aggregiert und den Partnerhändlern unter Berücksichtigung der geltenden Datenschutzbestimmungen zur Verfügung gestellt. Gesammelte Erkenntnisse, die Aufschluss darüber geben, wann welche Art von Kunden was wo kauft, und die dazu dienen können, beispielsweise das Sortiment oder das Marketing zu optimieren. Doch zunächst einmal muss die A&G GmbH Partnerunternehmen gewinnen, die eine Schnittstelle zur admin-App anbieten. Dafür führen die Bremer derzeit viele Gespräche – bundesweit. „Die Resonanz ist sehr positiv“, sagt Karimi. Tankstellen, große Handels-und Fast-Food-Ketten sowie Gastronomiebetriebe zeigen großes Interesse, auch, weil die Integration unkompliziert ist: Sie benötigen lediglich ein NFC-Gerät und müssen ihre Schnittstelle im Kassensystem einmal an A&G freigeben, damit die Entwickler den Zugriff auf admin einrichten können. Für Smartphones, die nicht NFC-kompatibel sind, wird ein persönlicher QR-Code generiert, den Kassierer einfach scannen können. „Händler sparen Kosten für Papier, Farbrollen, die Wartung der Geräte“, sagt Karimi. Sein Unternehmen soll sich später dadurch finanzieren, dass die Händler pro übertragenem Kassenbon einen geringen Cent-Betrag zahlen. „Die Kosten werden aber deutlich unter denen liegen, die aktuell für Papierbons fällig werden.“ Den Verbraucher will Karimi vor allem mit einem Argument überzeugen: Alltagserleichterung. Denn Nutzer von admin müssen keine Papierbons mehr aus ihren Taschen friemeln, nicht mehr in Schuhkartons voller Quittungen wühlen. Alle Bons sind zentral in der Cloud abgespeichert und mit dem Smartphone über ein Gerät zugänglich, das immer dabei ist. Mit vielen Filterfunktionen zur einfachen Suche ist admin damit zunächst ein digitales Archiv für Einkäufe, soll aber auch ein echter Helfer für Selbstständige und Unternehmen sein, der die Buchhaltung vereinfacht.

Integrierte Steuersoftware in der App soll Buchhaltung erleichtern

Mit der App sollen die Nutzer auch Geld sparen können: Zum einen lassen sich gezielt Ordner an Steuerberater freigeben, sodass kein Bon mehr verloren gehen kann. Zum anderen ist eine intelligente Steuer-Software integriert, die Belege nach absetzbaren Einkäufen durchsucht, den User fragt, ob er sie absetzen möchte und diese wiederkehrenden Posten dann direkt auf einer Steuerliste hinterlegt. „Und die sind dann bares Geld wert“, sagt Karimi, der davon überzeugt ist, damit auch die 46
Prozent der Deutschen zu erreichen, die gar keine Steuererklärung abgeben. „Das ist verschenktes Geld, denn 87 Prozent derer, die eine Steuererklärung machen, erhalten im Schnitt eine Rückerstattung von 875 Euro. Viele Vorteile also, die admin mit sich bringt. „Wir erhalten überall nur Zuspruch für die Idee“, freut sich Karimi. Er steht mit seinem Team jetzt vor der größten Herausforderung: Seine Hard- und Software-Lösung nahezu zeitgleich beim Point of Sale und dem Verbraucher zu etablieren. „Aber wir sind hier gerade auf einem sehr guten Weg.“ Aktuell implementiert das Bremer Unternehmen die letzten Features in die Applikation. Sie könnte, mittelfristig gesehen, eine Revolution des gewohnten Bezahlvorgangs an der Kasse sein, ist Karimi überzeugt: „Das wird den Handel nachhaltig verändern.“


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