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Warum sollte ich Papier sparen?

12. Februar 2021 Lesezeit ca. 3 Min.
Blick von unten auf hell erleuchtete grüne Baumkronen - zum Schutz der Wälder müssen wir mehr Papier sparen

Warum sollte ich Papier sparen?

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Von der Papiertüte, über Eierkartons bis hin zu Paketen: Papier ist aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Mit einem Verbrauch von 250 Kilo Papier pro Jahr und Kopf verbrauchen die Deutschen so viel wie die ganze Bevölkerung in Afrika und Südamerika zusammengenommen. Oft wird es als umweltfreundliche Alternative zu Plastik gehandelt – doch wie nachhaltig ist Papier überhaupt?

Woher kommt unser Papier?

Deutschland ist mit mehr als 22 Millionen Tonnen Papier jährlich der viertgrößte Produzent weltweit. Dabei wird zwar mittlerweile schon viel Altpapier verwendet, aber kaum heimisches Holz. Wir importieren Zellstoff hauptsächlich aus Südamerika und Skandinavien und sorgen so dafür, dass dort große Waldflächen abgeholzt werden, welche eigentlich als Lebensraum für viele Tierarten dienen. Zusätzlich ist die Zerstörung der Wälder für rund 20% der Treibhausemission verantwortlich. 

Beispielsweise in Indonesien werden große Regenwaldflächen abgeholzt, um dort Platz für Akazienplantagen zu schaffen. Die Akazie wächst sehr schnell und wird in Monokulturen für die Zellstoffgewinnung angebaut. Die ursprünglichen tropischen Regenwälder haben aber eine einzigartige Bedeutung für den Klima- und Artenschutz. Durch die Abholzung geht der Lebensraum von Tieren wie Orang-Utans und Sumatra-Tigern, welche nur in Indonesien vorkommen, für immer verloren. Auch die Zerstörung der Urwälder in Kanada gefährdet viele Tierarten wie zum Beispiel das Wald-Karibu. Neben dem Verbrauch der Ressourcen Holz, Wasser und Energie hat die Papierherstellung also einen noch viel höheren Preis. 

Weite Sicht über die grünen Baumkronen des Regenwaldes - wir müssen Papier sparen, um ihn zu schützen
Foto: Molly Champion

Was kann ich tun?

Generell gilt natürlich: Den Papierverbrauch weitestgehend reduzieren. Im Rahmen des To-Go-Trends bekommt man Kaffee und Fertigmahlzeiten ganz schnell und einfach in Einwegpapier und -pappe. Dies kann man ganz einfach umgehen, indem man beispielsweise einen eigenen Thermobecher mitnimmt – manchmal gibt es dann sogar einen Rabatt auf den Kaffee. Zusätzlich hat seit Mitte der 1990er der Onlinehandel um 600% zugenommen, was durch die Verpackungen auch den Papierverbrauch in die Höhe schnellen ließ. Um die Umwelt zu schonen, ist der Kauf in den Geschäften daher die bessere Wahl. Generell sollte versucht werden, im Alltag jegliche Einwegprodukte durch Mehrwegalternativen zu ersetzen.

Zudem landen pro Jahr und Haushalt rund 30 Kilo nicht adressierte Werbung im Müll. Da man diese meist gar nicht erst bekommen möchte, kann man dies durch die Aufschrift „Bitte keine Werbung“ am Briefkasten und eine Eintragung in die Robinson-Liste verhindern. 

Recyclingkreislauf fördern

Da du im Alltag meist natürlich nicht völlig ohne Papier auskommst, solltest du darauf achten, zu Recyclingpapier zu greifen. Besonders bei Produkten wie Druckerpapier, Hygienepapier und Schulheften merkt man so gut wie gar keinen Unterschied mehr zu den Varianten aus Frischfasern. Das Siegel „Blauer Engel“ ist ein zuverlässiges Zeichen dafür, dass das Produkt aus 100% Altpapier besteht und bei der Herstellung keine kritischen umweltschädlichen Chemikalien verwendet wurden. Wenn es zu dem benötigten Produkt keine Alternative aus Recyclingpapier gibt und du zu Papierprodukten aus Frischfasern greifen musst, solltest du auf das FSC-Siegel achten. Dies garantiert, dass Raubbau und Urwaldzerstörung ausgeschlossen werden können. 

Um den Recyclingkreislauf gewährleisten zu können, ist auch eine gewissenhafte Mülltrennung wichtig. Während Verpackungen wie Eierkartons und ähnliche Produkte ins Altpapier gehören und recycelt werden können, gehören sogenannte Verbundverpackungen wie beispielsweise Saftkartons in den gelben Sack. Dagegen sollte man Kassenbons oder schmutziges Küchenpapier in den Restmüll werfen. 

Wie bei vielen anderen Dingen gilt also auch bei Papier: Die Menge macht das Gift. Würden wir weniger Papier brauchen, könnten alle dafür gefällten Bäume aus nachhaltigen Forstwirtschaften stammen und keine Lebensräume gefährdet werden. Mit der Einsparung von Papier leisten wir einen wertvollen Beitrag für den Umwelt- und Artenschutz.

Ein riesiger Strudel aus Papiermüll - Deutschland gehört zu den Spitzenreitern der Papierverschwendung
Foto: Pixabay

https://www.planet-wissen.de/technik/werkstoffe/papier/papier-holz-rohstoffe-100.html

https://www.wwf.de/aktiv-werden/tipps-fuer-den-alltag/holz-und-papier/papier-und-waldschutz

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/nachhaltigkeit/zum-schutz-der-waelder-papier-sparen-recyclingpapier-nutzen-13930

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/nachhaltigkeit/zum-schutz-der-waelder-papier-sparen-recyclingpapier-nutzen-13930

https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/20140221-fs-papier-sparen-waldschutz.pdf

https://papierwende.de/tipps-zum-papier-sparen/