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Ein Problem, das ich kenne, kann ich lösen

Sabine Zehnder ist Diplom-Informatikerin mit Schwerpunkt IT-Projektmanagement. Mit ihrem Unternehmen project[re]animation kümmert sich die freiberufliche Projektmanagerin um komplexe IT-Projekte, die in die falsche Richtung gelaufen oder besonders kritisch sind und nun zu einem positiven Ende gebracht werden müssen. Dabei helfen ihr detailliertes Fachwissen sowie die Qualifikation als diplomierter Coach.

11. Oktober 2019 Lesezeit ca. 3 Min.
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Ein Problem, das ich kenne, kann ich lösen

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Sabine Zehnder veröffentlichte 2018 den Ratgeber „Master of Desaster – weil Aufgeben keine Option ist“. Darin überträgt sie ihre Erfahrung aus der Rettung und Neuausrichtung von IT-Projekten auf das normale Leben und zeigt, wie man dieses auch in Krisenzeiten selbstbestimmt managen kann.

„Die größte Herausforderung bei der Rettung eines Projektes ist die Menschlichkeit – nicht die Fachlichkeit“, ist Sabine Zehnder überzeugt. Man müsse miteinander sprechen, denn oft herrsche bei allen Beteiligten Verwirrung und vieles sei unklar. Um zu erkennen, wo es harkt, sei es wichtig Vertrauen aufzubauen und die Sorgen und Probleme der Menschen zu besprechen. Diese Erkenntnis brachte sie dazu sich zum Coach ausbilden zu lassen. Inzwischen bietet sie auch Coachings für Projektleiter, die erkannt haben, dass ein Problem besteht und dieses selbst lösen möchten. Andererseits fungiert sie innerhalb von Unternehmen als rechte Hand des Projektmanagements, das sie in den unterschiedlichsten Aspekten unterstützt. Im Fokus stehe laut Zehnder immer eine zentrale Erkenntnis: „Ein Problem, das ich kenne, kann ich lösen“.

Darauf fußt auch ihr Buch. „Ich habe darin mein berufliches und privates Wissen kombiniert“, so Sabine Zehnder. Allerdings wolle sie keine ultimative Lösung bieten, sondern einen Fundus an Anregungen, aus dem sich jeder etwas herausziehen kann, wenn er denn möchte. Wie in ihrem Job dreht es sich auch in ihrem Buch um Projekte, die in die falsche Richtung laufen – in diesem Fall das Projekt „Leben“. Sie zielt darin auf Situationen, in denen man die Übersicht verliert und sich ausgeliefert fühlt. „Weil man noch nie in so einer Situation gesteckt hat, sie deshalb nicht kennt und nicht weiß was man tun soll“, so Zehnder. Deshalb sei es zentral, herauszufinden, wo das eigentliche Problem liegt. Ist man wütend oder fühlt sich zurückgesetzt? Hat man Angst oder harkt es ganz woanders? „Um Antworten zu finden, muss allerdings erst mal die Ruhe einkehren“, weiß Sabine Zehnder. Deshalb sei es zunächst das Wichtigste den Stress zu reduzieren, der einen umgibt. Das ist Schritt eins der Zehnder-Methode.

Das Buch stelle viele Reflexionsfragen, die den Leser zu Antworten führen. Darauf, was er eigentlich will, was seine Bedingungen dafür sind, dass es ihm gut geht und wie man zu neuen Ideen kommt, die einem dabei helfen, Probleme auf neue Art aufzulösen. Das Aneignen von Wissen betrachtet Sabine Zehnder als primär. Aus dem Gelernten könne man einen persönlichen Masterplan generieren anhand dem man sein Leben neu ausrichten kann. „Viel von dem auszuprobieren was man gelernt hat, steht im Fokus. Das Neue muss zum Alltag, zu den Gewohnheiten und zur Persönlichkeit passen“, weiß Zehnder. Nur so könne man sehr einfach die Situation auflösen, ohne sich zu überfordern oder das Rad ganz neu zu erfinden.

Auch die Kassenzettelapp admin betrachtet sie als Lösung für ein Problem. Aus persönlicher und unternehmerischer Sicht betrachtet sie das digitale Quittieren positiv: „Ich leide sehr unter dem Papierbelegchaos. Das digitale Quittieren erleichtert mir die Abrechnung und den Umgang mit dem Finanzamt“. Es spare Zeit und Nerven, weshalb sie eine digitale Lösung für den Quittierungsvorgang als wichtig betrachtet. Allerdings sieht sie den Faktor Mensch auch hier als ausschlaggebend dafür, dass sich das Verfahren durchsetzt – unabhängig davon, wie praktisch und sinnvoll es ist. „Die Digitalisierung ist ein wichtiges Thema, da sie zu einer enormen Verbesserung von aufwendigen Prozessen führen kann“. Dass diese dann auf Knopfdruck ablaufen, führe jedoch zu dem Missverständnis, dass auch die Übertragung eines komplexen manuellen Prozesses in einen digitalen mit einem Fingerschnippen funktioniere. „Das ist allerdings alles andere als trivial“, weiß Sabine Zehnder.

Doch nicht nur die technische Seite sei komplex – auch auf der Fachseite müsse viel stattfinden. „Es muss Vertrauen in den neuen Prozess geschaffen werden. Darin, dass, das was man vorher manuell ausgeführt hat, automatisch genauso gut funktioniert“. Der Anwender müsse emotional darauf vorbereitet werden, dass er weniger Einfluss auf die Abläufe hat. Apps seien eine gute Lösung das Mindset der Nutzer zu öffnen und zu zeigen, dass es auch anders geht. So zeigt die App admin, dass Quittieren auch anders, deutlicher einfacher geht, und dass dieses „anders“ große praktische Vorteile gegenüber der herkömmlichen Art bietet.