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Was versteht man unter dem Klimawandel?

15. Februar 2021 Lesezeit ca. 4 Min.
Eine Eislandschaft mit Nordlichtern im Hintergrund - der Klimawandel könnte dafür sorgen, dass auch das ewige Eis an den Polen schmilzt

Was versteht man unter dem Klimawandel?

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Generell bezeichnet der Begriff Klimawandel die Erwärmung oder Abkühlung des Klimas auf der Erde. Tatsächlich hat unser Planet schon sehr viele Klimawandel erlebt. Allerdings erfolgte in der Vergangenheit die Veränderung immer über einen sehr langen Zeitraum, sodass die Natur genug Zeit hatte, sich an die Gegebenheiten anzupassen. Wenn man heute vom Klimawandel spricht, redet man aber von der menschengemachten globalen Erderwärmung. Warum ist dieser Klimawandel so schlecht, obwohl das Grundprinzip ein natürlicher Vorgang ist? Und was hat der Mensch damit zu tun?

Der natürliche Treibhauseffekt

Auch wenn der Ausdruck „Treibhauseffekt“ durch den aktuellen Klimawandel einen bitteren Beigeschmack bekommen hat, ist er in seiner natürlichen Form etwas Gutes und sogar Wichtiges. Die Atmosphäre, die unsere Erde umgibt, enthält die sogenannten Treibhausgase, zu denen unter anderem Kohlendioxid (CO2) und Methan gehören (CH4). Wenn Sonnenstrahlen auf die Erde treffen, werden sie von der Oberfläche zurück ins Weltall reflektiert. Ein Teil wird jedoch durch die Treibhausgase absorbiert und die darin enthaltene Energie wird in Form von Wärme gespeichert. Ohne diesen natürlichen Treibhauseffekt läge die Durchschnittstemperatur auf der Erde bei etwa -18°C und sie wäre als Eisplanet unbewohnbar. 

Eine Schneelandschaft mit Fußspuren und strahlendem Sonnenschein - schmelzendes Eis ist eine Folge des Klimawandels
Foto: Pixabay

Die Menschen kommen ins Spiel

Somit sind sowohl Klimawandel als auch der Treibhauseffekt natürliche Vorgänge – also inwiefern ist der Mensch für den derzeitigen Klimawandel verantwortlich? Ein Klimawandel ist ein Prozess, der sich normalerweise über Jahrtausende hinzieht, doch seit der industriellen Revolution hat sich das Klima so schnell erwärmt wie noch nie zuvor. Gemäß des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) lässt sich dies mittlerweile nicht mehr mit natürlichen Ursachen erklären. Untersuchungen wie beispielsweise von Jahresringen der Bäume liefern zuverlässige Aussagen über die Situation auf der Erde in den vergangenen Jahren. Doch um einen Überblick über die letzten Jahrtausende zu bekommen, holen Forscher Proben mittels Eisbohrungen Proben aus Grönland und dem Antarktiseis. Die kleinen Luftbläschen, welche im Eis eingeschlossen sind, zeigen, dass es seitdem der Mensch auf der Erde ist, nie eine höhere Konzentration an Treibhausgasen gab als heute – Allein der CO2 Wert ist um die 45% höher als der konstante Wert der letzten Jahrtausenden.

Durch die Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Erdöl und Erdgas wird CO2 freigesetzt und gelangt in die Atmosphäre. Durch die Industrie und den Verkehr wird also besonders in den vergangenen Jahren immer mehr CO2 in die Atmosphäre gepumpt. Hinzu kommt, dass durch die Abholzung der Wälder die natürliche Klimaregulierung durch die Aufnahme von CO2 der Bäume verhindert wird. Ein regelrechter Klimakiller ist auch Methan: Es hat ein CO2-Äquivalent von 21. Ein Kilogramm freigesetztes Methan hat also die gleiche Klimawirksamkeit wie 21.000 Kilogramm CO2. Ein Großteil des Methans stammt aus den Mägen von Wiederkäuern und aus dem Reisanbau. Im Allgemeinen tragen Landwirtschaft, Massentierhaltungen und Einrichtungen wie Klärwerke und Mülldeponien zur Freisetzung von Methan bei. 

Gemeinhin bedeutet das: Durch die Menschen gelangen mehr Treibhausgase in die Atmosphäre. Und je höher die Konzentration an Treibhausgasen ist, desto mehr Sonnenlicht wird absorbiert und desto wärmer wird die Atmosphäre und somit auch das Klima auf der Erde. 

Folgen der globalen Erderwärmung 

Seit dem Jahr 1880 ist die Durchschnittstemperatur unserer Erde um 1,1°C gestiegen. Zunächst muss aber gesagt werden, dass die Beobachtung der Erderwärmung, wie jede andere Studie, Ausreißer birgt – ein einzelnes kälteres Jahr ist also kein Anlass, die langfristigen Entwicklungen infrage zu stellen. Der Klimawandel führt aber nicht nur zu einer Veränderung der globalen Durchschnittstemperaturen, sondern beeinflusst auch die Niederschläge und die Meeres- und Luftströmungen. Extremere Wetterlagen, Überschwemmungen und Dürreperioden sind die Folgen und gefährden dadurch die Lebensräume von Menschen und Tieren. Es wird erwartet, dass bis zum Jahr 2100 die Erde bis zu 6,5°C wärmer sein wird als vor der industriellen Revolution, wobei bereits bei einem Anstieg von 2°C mit katastrophalen Folgen auf die Wetterlage gerechnet werden muss. 

Blick von oben auf einen verschneiten Wald - der Klimawandel beeinflusst die Natur zunehmend
Foto: Tomás Malík

Schmelzendes Eis: Ein Dominoeffekt

Eines der offensichtlichsten Symptome des derzeitigen Klimawandels ist der Anstieg des Meeresspiegels. Dabei gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen dem Eis Grönlands und dem am Nord- und Südpol. Da das Eis an den Polkappen bereits im Wasser liegt, hat dieses beim Schmelzen keinen großen Einfluss auf den Meeresspiegel. Das kilometerdicke Eis in Grönland bedeckt allerdings zum jetzigen Zeitpunkt die Landfläche und wenn dieses Eis schmilzt, würde der Meeresspiegel um bis zu sieben Meter ansteigen und unter anderem die Niederlande und Teile Großbritanniens und Deutschlands überfluten. Zusätzlich dehnt sich Wasser aus, wenn es wärmer wird und lässt auch so mit steigender Temperatur den Meeresspiegel ansteigen.

Nun aber zum Dominoeffekt: Die klare Konsequenz davon, dass es wärmer wird, ist es, dass das Eis schmilzt. Aber dadurch ändert sich auch die Farbe der Erdoberfläche, denn Eis ist hell und Wasser ist dunkel. Eine weiße Oberfläche reflektiert, eine dunkle Oberfläche absorbiert die Sonnenstrahlen. Man verliert also nicht nur die kühlende Eigenschaft der Reflexion, sondern führt auch die Absorption, also die Energieaufnahme herbei, wodurch es noch wärmer wird und noch mehr Eis schmilzt. Dazu kommt, dass in dem „ewigen Eis“ der Arktis und Antarktis Unmengen an Treibhausgasen gespeichert sind, welche beim Schmelzen in die Atmosphäre freigesetzt werden. Das bedeutet im Umkehrschluss: Je mehr Eis schmilzt, desto schneller erwärmt sich die Erde und desto schneller schmilzt auch der Rest des Eises. Ab einem bestimmten Schmelzpunkt –  derzeit geschätzt bei ungefähr 2°C Erderwärmung – wird also eine Art Klima-Kipp-Punkt erreicht, ab welchem die Konsequenzen ziemlich unaufhaltsam geworden sind. Darum ist es so wichtig, dass wir schon jetzt handeln und unsere Emission von Treibhausgasen reduzieren. 

https://www.care.de/care-hilfe/themen/klimawandel

https://www.jbn.de/kampagnen/klimawandel/klimawandel-erklaert/

https://www.myclimate.org/de/informieren/faq/faq-detail/was-ist-der-klimawandel/

https://www.planet-wissen.de/natur/klima/klimawandel/index.html

http://www.oeko-fair.de/ressourcen-bewahren/klimawandel2/was-ist-klimawandel

https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimawandel

https://ec.europa.eu/clima/change/causes_de

https://www.aktion-deutschland-hilft.de/de/fachthemen/klimawandel-nothilfe/was-ist-der-klimawandel/