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Zimmerpflanzen – fair und nachhaltig

21. Mai 2021 Lesezeit ca. 3 Min.
Viele Zimmerpflanzen auf einer Kommode

Zimmerpflanzen – fair und nachhaltig

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Spätestens seit dem Corona Lockdown ist uns unser eigenes zu Hause so wichtig wie nie zuvor. Während viele DIY Projekte für sich entdeckt haben, zu Hobbybäckern wurden oder einfach ein neues Hobby ausprobieren, wurden auch Zimmerpflanzen immer beliebter. Mit einem sogenannten Urban Jungle holen sich viele Menschen einfach ein Stück Natur in das eigene Wohnzimmer. Das ist nicht nur gut fürs Auge und die Seele, sondern verbessert auch die Luft im Raum. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Deutschen etwa 8,9 Millionen Euro jährlich für Pflanzen und Blumen ausgeben. Doch das heimische Grün ist nicht immer gut für die Umwelt und wird meist unter schlechten Arbeitsbedingungen produziert.

Blumen? – Ja, aber bitte Fairtrade

Das Fairtrade-Siegel gibt es seit 2014 nicht nur für Schnittblumen, sondern auch für Zimmerpflanzen. Wenn du also Blumen oder Pflanzen mit diesem Siegel siehst, kannst du dir sicher sein, dass die Produktion gemäß folgender Richtlinien erfolgte:

  • Keine Kinderarbeit
  • Feste Arbeitsverträge
  • Erlaubnis, einer Gewerkschaft beizutreten
  • Bereitstellung von Schutzkleidung
  • Krankenversicherung durch den Arbeitgeber
  • Lohn über dem Mindestlohn
Viele grüne Zimmerpflanzen in einem Raum vor einem Fenster

Leider spiegeln diese Richtlinien wider, wie ausbeuterisch die Arbeitsbedingungen in dieser Branche ohne das Fairtrade-Siegel sind. Auf den Plantagen in Kolumbien, Ecuador, Südafrika, Kenia, Simbabwe oder Tansania arbeiten fast 80% Frauen, die am Tag weniger verdienen, als eine der geernteten Blumen später im Laden kostet. Zudem sind die Pflanzen oft mit Pestiziden und Fungiziden belastet, die aufgrund der fehlenden Schutzkleidung die Gesundheit der Beschäftigten nachhaltig schädigen. Das macht das Fairtrade-Siegel zum wichtigsten Siegel beim Blumen- und Pflanzenkauf.

Zimmerpflanzen in Bio-Qualität

Obwohl bereits viele Menschen bei Lebensmitteln, Kleidung und Co. auf Bio-Qualität achten, sind Bio-Pflanzen bisher eher ein Nischenprodukt. Obwohl auch hier die Nachfrage steigt, wurden nach Angaben der Agrarmarkt Informations-GmbH nur 1,7% der verkauften Zierpflanzen in Deutschland ökologisch erzeugt. Doch der Kauf von Bio-Pflanzen hat zahlreiche Vorteile:

  • Frei von chemischen Pflanzenschutzmitteln, Herbiziden und Gentechnik
  • Es wurde kein synthetischer Dünger und keine chemischen Hemmstoffe verwendet
  • Die Pflanze wurde umweltschonend produziert und transportiert
  • Sie ist in Erden mit geringem Torf-Anteil gewachsen
  • Durch diese Aufzucht sind die Pflanzen kräftiger und weniger anfällig für Schädlinge
  • Förderung von regionaler Produktion und Vermarktung

Du erkennst Zimmerpflanzen in Bio-Qualität an dem typischen EU-Bio-Logo und am Bio-Siegel. Aber auch Demeter, Bioland und Naturland stehen für einen ökologischen Landbau. Gemäß EU-Vorschrift sind Begriffe wie „bio“, „öko“, „biologisch“ und „ökologisch“ geschützt und du kannst darauf vertrauen. Dagegen können Begriffe wie „naturnah“ oder „aus kontrolliertem Anbau“ auf jede Art von Produkt geschrieben werden und sind daher kein verlässlicher Indikator.

Der nachhaltige Urban Jungle

Was mit dem Wunsch nach ein bisschen Grün und einer Zimmerpflanze anfängt, mündet schnell in ein ausgeprägtes Hobby. Doch eine große Sammlung an exotischen neuen Lieblingen geht nicht nur ins Geld, sondern ist auch nicht gerade nachhaltig. Zum Glück gibt es viele Möglichkeiten, deinen Urban Jungle günstig und umweltschonend zu erweitern.

Beispielsweise kannst du Freunde oder Familie fragen, ob sie von ihren Pflanzen Ableger oder Stecklinge abgeben können. Auch auf eBay Kleinanzeigen oder in diversen Facebook-Gruppen findest du eine Vielzahl von Ablegen zum Tauschen oder für schmales Geld. Webseiten wie tauschgarten.de oder tauschgnom.de bieten ebenfalls eine große Auswahl. Vielleicht hast du ja Glück und in deiner Stadt finden Pflanzenflohmärkte statt, auf denen du sogar seltene Schätze günstig ergattern kannst. Zudem kannst du auch Ableger und getrennte Wurzelballen deiner eigenen Pflanzen anzüchten und so deine Sammlung erweitern.

Natürlich musst du deinen Urban Jungle auch pflegen, um ihn erhalten zu können und nicht ständig Pflanzen zu entsorgen. Daher solltest du dich immer informieren, wie du deine jeweilige neue Pflanze am besten pflegst. Was auch bei Lebensmitteln passiert, gilt leider auch für Zimmerpflanzen: Auch sie landen oft im Müll, obwohl ihr Zustand noch völlig in Ordnung ist. Solltest du dich um eine deiner Pflanzen nicht mehr kümmern können, kannst du sie bei bontanoadopt zur Adoption freigeben. So landet keine gesunde Pflanze im Müll und bekommt ein gutes neues zu Hause.

Zimmerpflanzen in goldenen Töpfen mit Gartenhandschuhen und einer kleinen Gießkanne

Quellen

https://mehralsgruenzeug.com/faire-pflanzen/

https://wohnglueck.de/artikel/nachhaltige-zimmerpflanzen-39745

https://wohnglueck.de/artikel/bio-pflanzen-worauf-achten-39587

https://cradle-mag.de/nachhaltige-zimmerpflanzen-erkennen-kaufen/

https://minzawillsommer.de/oekologisch-nachhaltige-pflanzen-fuer-zuhause-balkon-und-garten/

https://www.watson.ch/wissen/kommentar/283361887-nachhaltigkeit-wenn-schon-fairtrade-dann-bitte-auch-bei-pflanzen

https://enorm-magazin.de/lebensstil/nachhaltiges-wohnen/einrichtung/so-nachhaltig-sind-zimmerpflanzen

https://utopia.de/ratgeber/bio-pflanzen-das-solltest-du-beim-pflanzenkauf-beachten/

https://www.fairtrade-deutschland.de/produkte/blumen/hintergrund-fairtrade-blumen-pflanzen

https://www.bildderfrau.de/familie-leben/haus-garten/article231885421/Nachhaltige-Zimmerpflanzen-Wie-umweltfreundlich-ist-der-heimische-Dschungel.html